Transformative Sexualwissenschaft

Transformative Sexualwissenschaft

 

Die Transformative Sexualwissenschaft ist der zentrale Aspekt der wissenschaftlichen Arbeit im Lili Elbe Archiv. Wir beschäftigen uns in kritischer Weise mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft in einem historischen und modernen Kontext.

 

Bei der Transformativen Forschung handelt es sich um einen Begriff, welcher seit 2000 innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde ("scientific community") für einen Bruch oder eine Verschiebung wissenschaftlicher Paradigmen steht. Den Ursprung hat dieser Begriff bei Thomas S. Kuhn in "The Structure of Scientific Revolutions" (1970).

 

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die Gesellschaft in einer Umbruchssituation: Die Sichtweisen auf Sexualität, Geschlecht und Identitätsbildung, die Akzeptanz von nicht-normativen Geschlechtlichkeiten, Debatten um Gleichberechtigung und wissenschaftliche Erkenntnisse wandeln sich rapide. Wissenschaft und gesellschaftlicher Fortschritt stehen dabei in einem engen Verhältnis zueinander.

 

Die disziplinäre Engführung der deutschen Sexualwissenschaft sieht sich dabei mit verschiedenen Fragestellungen konfrontiert. Es geht um Autonomie und Tücken einer zu eng verstandenen Wissenschaftsautonomie im Spannungsfeld mit der Freiheit des Individuums.

 

Die Reflexive Moderne ist ein gesellschaftstheoretischer Bezugsrahmen, um Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam neu zu denken.